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Garantie, Gewährleistung und Widerruf: Deine Rechte bei refurbished Geräten

Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick über die Rechtslage in Deutschland für Käufe von Verbrauchern bei gewerblichen Händlern. Er ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Beim Online-Kauf eines refurbished Geräts hast du in Deutschland grundsätzlich drei Arten von Absicherung: das Widerrufsrecht, die gesetzliche Gewährleistung und – freiwillig – eine Garantie des Händlers oder Herstellers. Die Begriffe werden oft verwechselt, unterscheiden sich aber deutlich.

Widerrufsrecht: 14 Tage ohne Begründung

Kaufst du als Verbraucher online bei einem gewerblichen Händler, kannst du den Vertrag in der Regel innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Die Frist beginnt grundsätzlich mit Erhalt der Ware. Das gilt auch für gebrauchte und refurbished Geräte.

  • Der Widerruf muss eindeutig erklärt werden, etwa per E-Mail oder Formular. Die Ware kommentarlos zurückzuschicken reicht rechtlich nicht aus, auch wenn viele Händler das akzeptieren.
  • Der Händler erstattet den Kaufpreis einschließlich der Standard-Versandkosten. Die Kosten der Rücksendung trägst du nur, wenn der Händler dich vorher darüber informiert hat – viele übernehmen sie freiwillig.
  • Testen wie im Laden ist erlaubt. Für einen Wertverlust durch darüber hinausgehende Nutzung kannst du haften.
  • Manche Händler bieten freiwillig längere Rückgabefristen an, zum Beispiel 30 Tage. Die Bedingungen stehen in den Händler-AGB.

Gewährleistung: die gesetzliche Mängelhaftung

Die Gewährleistung (rechtlich: Mängelhaftung) verpflichtet den Händler, für Mängel einzustehen, die bereits bei der Übergabe vorhanden waren. Bei Neuware beträgt sie zwei Jahre. Bei gebrauchten Waren – also auch refurbished – darf der Händler sie auf ein Jahr verkürzen. Seit 2022 muss er dich darauf aber vor dem Kauf eigens hinweisen, und die Verkürzung muss ausdrücklich und gesondert vereinbart werden. Ein versteckter Satz in den AGB reicht dafür nicht.

Zeigt sich ein Mangel innerhalb des ersten Jahres nach Übergabe, wird vermutet, dass er schon bei Übergabe vorlag. Der Händler müsste dann das Gegenteil beweisen. Danach liegt die Beweislast bei dir.

Liegt ein Mangel vor, kannst du zunächst Nacherfüllung verlangen, also Reparatur oder Ersatz. Gelingt das nicht, kommen Rücktritt vom Kaufvertrag oder eine Minderung des Preises in Betracht.

Wichtig: Normale Abnutzung ist kein Mangel. Gebrauchsspuren, die zur angegebenen Zustandsklasse passen, oder ein Akku, der die zugesagte Mindestkapazität erfüllt, begründen keine Ansprüche.

Garantie: ein freiwilliges Versprechen

Eine Garantie ist eine freiwillige Zusage des Händlers oder Herstellers, die zusätzlich zur Gewährleistung gilt und sie nicht einschränken darf. Was sie umfasst, wie lange sie läuft und wie du sie geltend machst, legt der Garantiegeber in den Garantiebedingungen fest. Viele Refurbished-Händler geben 12 Monate oder mehr.

Der Vorteil einer Garantie: Sie deckt oft auch Defekte ab, die erst später entstehen, ohne dass du nachweisen musst, dass der Fehler schon beim Kauf da war. Lies die Bedingungen trotzdem genau – Akkus, Displaybruch oder Wasserschäden sind häufig ausgenommen.

Die drei Rechte im Überblick

WiderrufsrechtGewährleistungGarantie
GrundlageGesetz (Fernabsatz)GesetzFreiwilliger Vertrag
Dauer14 Tage2 Jahre, bei Gebrauchtware verkürzbar auf 1 JahrNach Garantiebedingungen
VoraussetzungKeine Begründung nötigMangel bei ÜbergabeNach Garantiebedingungen
GegenüberHändlerHändlerGarantiegeber (Händler oder Hersteller)

Privatverkäufer und Händler im Ausland

Beim Kauf von Privatpersonen gibt es kein Widerrufsrecht, und die Gewährleistung kann vollständig ausgeschlossen werden. Bei Händlern aus anderen EU-Ländern gelten für Verbraucher vergleichbare Mindestrechte. Bei Marktplätzen wie Back Market oder eBay ist dein Vertragspartner meist der einzelne Verkäufer, nicht die Plattform – achte darauf, ob er gewerblich handelt.

Häufige Fragen

Wie lange gilt die Gewährleistung bei refurbished Geräten?

Grundsätzlich zwei Jahre. Bei gebrauchten Waren, zu denen refurbished Geräte zählen, darf ein Händler sie gegenüber Verbrauchern auf ein Jahr verkürzen – allerdings nur, wenn er vor dem Kauf eigens darauf hinweist und die Verkürzung ausdrücklich und gesondert vereinbart wird.

Habe ich bei refurbished Geräten ein Widerrufsrecht?

Ja, wenn du als Verbraucher online bei einem gewerblichen Händler kaufst. Du kannst den Kauf dann in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware ohne Begründung widerrufen.

Was ist der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung?

Die Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt für Mängel, die schon bei der Übergabe vorlagen. Eine Garantie ist eine freiwillige zusätzliche Zusage des Händlers oder Herstellers, deren Umfang die Garantiebedingungen festlegen.

Ist ein schwächerer Akku ein Gewährleistungsfall?

Normale Abnutzung ist kein Mangel. Erfüllt der Akku die im Angebot zugesagte Mindestkapazität nicht, kann aber ein Mangel vorliegen. Dokumentiere den gemessenen Wert und melde dich beim Händler.

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